26. Juni 2019

Schnelles Internet per Glasfaser: 1&1 erreicht 2 Millionen Haushalte über Stadtnetze

Glasfaser ist die Zukunftstechnologie, wenn es um schnelle Internetverbindungen geht. 1&1 hat deshalb vor knapp drei Jahren eine technische Plattform entwickelt, die es ermöglicht, die in Deutschland bereits bestehenden Glasfaser-Hausanschlüsse an die 1&1-Infrastruktur anzubinden, um immer mehr Kunden schnelle Glasfaseranschlüsse anbieten zu können. Realisiert wird diese Plattform über das Glasfasernetz von 1&1 Versatel. Wie das genau funktioniert, erklären wir im Beitrag.

Warum Glasfaser?

Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz mit schnellen Geschwindigkeiten im Internet surfen möchte, wird früher oder später mit den unterschiedlichen Breitbandtechnologien konfrontiert. Neben ADSL, VDSL und Vectoring ist immer öfters auch von Glasfaser die Rede: Bei einem Glasfaser-Anschluss werden die Daten, anders als bei einem (A)DSL-Anschluss, nicht mit elektronischen Signalen, sondern mit Hilfe von Lichtwellen übertragen. So sind viel höhere Bandbreiten möglich. Zudem sind Glasfaserkabel weniger anfällig für Störungen. Ein großer Vorteil der Glasfasertechnologie ist in dem Zusammenhang, dass die Glasfaser im Gegensatz zu DSL-Leitungen nahezu keine Leitungsdämpfung hat, sodass die volle Leistung eines Anschlusses problemlos übertragen werden kann. Mit Leitungsdämpfung ist gemeint, dass die übertragene Energie eines Signals mit zunehmender Strecke vermindert wird, sodass geringere Datenraten ankommen. Dieses Problem besteht bei Glasfaser nicht.

Was bedeutet FTTC, FTTB und FTTH und wo liegen die Unterschiede?

Glasfaser kommt bereits bei schnellen VDSL-Anschlüssen zum Einsatz: Hier ist der Kabelverzweiger, der graue Verteilerkasten am Straßenrand, an das schnelle Glasfasernetz angeschlossen. Diese Technologie nennt man auch Fiber to the Curb (FTTC), also Glasfaser bis zum Verteilerkasten, beziehungsweise bis zum Randstein. Im Zusammenspiel mit der Kupferleitung, die vom Verteilerkasten zum Haus führt, sind so auf kurzen Strecken Download-Geschwindigkeiten von bis zu 250 MBit/s möglich.

Wer noch schneller im Internet surfen möchte, setzt auf einen FTTB-Anschluss, also Fiber to the Building. Hier wird Glasfaser bis ins Haus (zum Beispiel bis in den Keller) verlegt und die restliche Strecke bis zur Anschlussdose in der Wohnung per Kupferkabel überbrückt. Die schnellsten Internetverbindungen ermöglichen reine Glasfaser-Anschlüsse: Bei einem solchen Anschluss wird die Glasfaserleitung ohne Umweg direkt bis in die eigene Wohnung verlegt, man spricht in diesem Fall von Fiber to the Home, beziehungsweise FTTH. Bandbreiten von 1 GBit/s und zukünftig sogar mehr sind so technisch möglich.

Glasfaser-Kooperation für ein flächendeckendes Angebot

Einige Stadtnetzbetreiber bieten in Deutschland bereits Glasfaseranschlüsse an, ein flächendeckendes Angebot gibt es allerdings noch nicht. Genau dort setzt 1&1 an: Indem einzelne regionale Netze an die 1&1-Plattform angeschlossen werden, entsteht eine zusammenhängende Infrastruktur. So ist es 1&1 möglich seinen Kunden Glasfaser-Hausanschlüsse in vielen Regionen Deutschlands zugänglich zu machen.

Glasfaserausbau 1&1 Versatel © Berndt-Fotografie Köln / 1&1 Versatel, 2019

Die von 1&1 entwickelte Aggregator-Plattform ist nach dem Open Access-Modell aufgebaut. Das bedeutet im Prinzip, dass 1&1 eine Art Sammelstelle als zentralen Ausgangspunkt zur Verfügung stellt, an dem weitere Netzbetreiber freien Zugang bekommen können. So ist es möglich, die in Deutschland bereits bestehenden Glasfaser-Hausanschlüsse über diese zentrale Schnittstelle an die 1&1-eigene Infrastruktur anzubinden. Kernstück der Plattform ist das Glasfasernetz von 1&1 Versatel. Dieses wird stetig ausgebaut und stellt mit aktuell rund 47.000 Kilometern Länge das zweitgrößte Glasfasernetz in Deutschland dar.

Mit diesen Partnern arbeitet 1&1 bereits zusammen

Der Vorteil für beide Seiten der Partnerschaften liegt auf der Hand: 1&1 erreicht über die Kooperationen mehr Menschen in Deutschland mit seinen Angeboten und hilft somit den Netzbetreibern dabei, ihre Netze besser und schneller auszulasten. Mit den bestehenden Kooperationen sind so vielerorts per FTTC, FTTB und FTTH bereits Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s, 250 Mbit/s und sogar 500 Mbit/s möglich. Im weiteren Verlauf werden über die 1&1 Open Access Plattform auch 1.000 Mbit/s und mehr möglich sein.

Als erster Partner wurde wilhelm.tel mit Sitz in Norderstedt, Schleswig-Holstein, im Juli 2016 an die Aggregator-Plattform angeschlossen. In der Metropolregion Hamburg profitieren viele 1&1 Kunden seitdem von den schnellen Geschwindigkeiten. So kann 1&1 rund 300.000 Haushalte erreichen.

Als nächstes folgte im Juni 2017 M-net in der Region München, Augsburg und Erlangen, wo seit der Kooperation ca 425.000 Haushalte Glasfaseranschlüsse über 1&1 bestellen können.

Im August 2017 wurden 1&1 Kunden auch erstmals über den Anbieter NetCologne in Köln, Bonn und Aachen angeschlossen. Diese Partnerschaft wurde 2018 noch erweitert, sodass jetzt sogar 930.000 Haushalte an die Aggregator-Plattform von 1&1 angeschlossen sind.

Mit R-KOM kam im September 2017 ein weiterer Partner hinzu, der in der Region rundum Regensburg rund 26.000 Haushalte versorgt.

Im vergangenen Jahr wurde im Dezember 2018 comingolstadt als weiterer Partner an die Open-Access-Plattform angeschlossen. comingolstadt versorgt in Ingolstadt und Umgebung rund 37.000 Haushalte.

Im März 2019 schlossen zuletzt innogy und 1&1 eine Partnerschaft ab: 1&1 erhält so Zugang zu mehr als 250.000 Haushalten in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, die für das Breitbandnetz von innogy erschlossen sind.

Weitere Partnerschaften befinden sich in der Planung.